Seit meinem 19. Lebensjahr leide ich, mal mehr und mal weniger, unter Psoriasis, vielen vielleicht besser bekannt als Schuppenflechte. Bis zur Geburt meines Kindes 1998 benutzte ich herkömmliche Medikamente aus der Schulmedizin, wenn mich ein neuer Schub dieser Krankheit plagte. Diese diversen Mittel hatten zumeist nur wenig bis gar keinen Erfolg. Als mein Sohn geboren wurde, hatte ich eines der im Volksmund als "Schreibabys" bekannten Kinder zur Welt gebracht. Durch den Stress und die Dauerbelastung in dieser Zeit, befiel mich die Schuppenflechte am ganzen Körper.
Ich suchte bei meinem Hausarzt nach Hilfe und bekam eine kortisonhaltige Salbe verschrieben. Da ich aus Erfahrung wusste, dass diese Salben nur wenig halfen und ich ein schlechtes Gefühl dabei hatte, mein Baby diesem Medikament, wenn auch nur indirekt, auszusetzen, befasste ich mich näher mit alternativen Behandlungsmethoden. Ein Rückfrage bei meiner Krankenkasse brachte mir die Auskunft, dass eine Behandlung durch einen Heilpraktiker nicht übernommen würde, ich aber die Möglichkeit hätte, mich bei einem Facharzt für Naturheilkunde in Behandlung zu begeben. Ich machte also einen Termin bei einem Facharzt und wurde daraufhin dort mit einer Eigenbluttherapie und Kapseln mit Nachtkerzensamenöl behandelt.
Im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen, schlug diese Therapie überraschend gut an. Vor allem hatte ich in Bezug auf mein Baby ein absolut sicheres Gefühl. Auch Nebenwirkungen waren nicht zu befürchten. Nach einem halben Jahr hatte ich meine Beschwerden im Griff und bin auch heute noch zeitweise beschwerdefrei. Ich kann die Naturheilkunde als Alternative oder Ergänzung der Schulmedizin jedem wärmstens empfehlen, der mit chronischen Krankheiten ein Problem hat.
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Wenn man die Frage nach Fluch und Segen alternativ medizinischer Behandlungsmethoden in den Kontext des Zeitgeistes stellt, erkennt man schnell die Schwächen unserer wissenschaftlichen Erklärungsmuster. Sei es Akkupunktur, Homöopathie, Chirotherapie oder etliche andere Therapieformen, so leiden all diese an den Erklärungszwang durch naturwissenschaftliche Methoden. Manche dieser alternativen Behandlungsmethoden zählen mittlerweile zu der evidenzbasierten Medizin, andere Leben alleine von der Wirksamkeit am Patienten.
Was genau, wie wirkt ist nur in seltenen Fällen genau zu verifizieren. Vielmehr zerbrechen sich Ärzte und Forscher den Kopf, um die rational logischen Schlüsse korrekt auf Heilverfahren anzuwenden, die teilweise komplett andere Ansätze haben, als das mechanische Menschenbild der westlichen Medizin. Empirische Studien konnten auf der einen Seite oft nicht Zusammenhänge zwischen Therapieform und Genesung des Patienten herstellen. So leidet vor allem die Homöopathie an fehlenden Doppelblind Studien die ihre medizinische Wirksamkeit bestätigen. Doch auf der anderen Seite scheinen auch nicht verifizierten Methoden Heilung zu versprechen. Wenn häufig, wie auch im Fall der Homöopathie, der Placebo Effekt als wissenschaftliche Erklärung herhalten muss. Mittlerweile ist der Begriff Placebo in der Medizin eher ein Sammelbecken für all die Faktoren, die neben den eigentlichen Medikament, positiven Einfluss auf den Patienten haben. So werden im Fall der Homöopathie ihr all Heilkräfte abgesprochen und dafür in einem großen Placebo Begriff subsumiert.
Für Patienten, vor allem für die, die in der Notwendigkeit naturwissenschaftlicher Erklärung verankert sind, spielen solche Überlegungen natürlich eine große Rolle. Doch die meisten kranken Menschen wünschen sich die Verringerung ihres Leidens und solange alternativ medizinische Therapien das ermöglichen, kann es den Probanden egal sein ob ein suggestiver Placebo oder die Therapie an sich, Heilung bringt.
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